Brandschutzlehrgang

2002 - 1. Auflage - Speziell erarbeitet für: Kurkliniken, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheimen, Behindertenheime, größere Hotels und sonstigen Einrichtungen

Der Inhalt der vorliegenden Brandschutzinformationen ist nach umfangreichen mit Sorgfalt durchgeführten Recherchen der einschlägigen Literatur und mit eigenen Erfahrungen aus der Einsatzpraxis im Feuerwehrdienst erarbeitet worden. Quellenliteraturnachweis: Feuerwehr-Magazin: 5/94 Kohlhammer Verlag Stuttgart: „Was jeder vom Brandschutz wissen muss“; Rotes Heft No.62 „Brandschutzerziehung in Schulen“ Wenzel Verlag Marburg: Brandschutzlehrgang für Pflegepersonal“ Für die Richtigkeit der aufgenommenen Angaben und Werte kann keine Gewähr übernommen werden. 2002 1. Auflage Editorial Sehr geehrte Leser und Leserinnen Mit diesem Brandschutzlehrgang und den enthaltenen Brandschutzinformationen möchte ich als sehr motivierter Freiwilliger Feuerwehrmann der Insel Borkum an Sie herantreten, um auf die Notwendigkeit einer gezielten praxisgerechten Brandschutzausbildung hier hinzuweisen! Diese Informationen enthalten alles, was für das Personal und im privaten Bereich wichtig zu wissen ist, (z.B. in Kurkliniken, Krankenhäusern, Behindertenheimen, Alten - und Pflegeheimen, größere Hotels und sonstigen Einrichtungen) um Brände zu verhüten, sich bei Bränden richtig zu verhalten, Entstehungsbrände zu bekämpfen, (eigene Gesundheitsführsorge beachten) Personen zu retten. Dass eine Brandschutzausbildung einen Wert hat, beweisen Erfahrungen und Fälle aus der Praxis, die zeigen, dass ausgebildete Personen nicht so leicht in Panik verfallen und wesentlich mutiger, sicherer und erfolgreicher handeln als andere.

Konzeptziel

Alle in einem Betrieb und auch im privaten Bereich müssen wissen:

  • welche Ursachen Brände auslösen können

  • wie man Brände verhüten kann

  • dass man sich auf einen Brand vorbereiten kann

  • welche Gefahren im Brandfalle auftreten können und was dagegen zu unternehmen ist

  • welche Feuerlöschgeräte und Feuerlösch-Einrichtungen vorhanden und wo sie zu finden sind

  • wie hilflose Personen gerettet werden können

müssen können:

  • sich im Brandfalle richtig verhalten

  • die Feuerwehr zu alarmieren

  • die vorhandenen Feuerlöschgeräte und Feuerlöscheinrichtungen bedienen

  • brennende Personen löschen

  • gefährdete Personen in Sicherheit bringen bzw. hilflose Personen retten

müssen motiviert sein:

  • Vorschriften der Feuersicherheit zu beachten

  • sich mit den Standorten und der Bedienung der Alarmierungseinrichtungen sowie Feuerlöschgeräte vertraut zu machen

  • Flucht- und Rettungswege zu erkunden

Gefahren, die bei Bränden auftreten können

  • Brandausbruch

  • Ausbreitung

  • Stichflammen

  • Angstreaktion

Jeder sollte wissen, wie er beim Auftreten dieser Gefahren handeln muss.

Brandrauch

  • Gefahren und Eigenschaften

*lautlos, *schneller als Flammen, *enthält verschiedene Atemgifte, *wirkt einschläfernd, *wirkt erstickend, *wirkt ätzend, *nimmt die Sicht, *erschwert die Orientierung, *erzeugt Angst.

  • Rettung möglich durch

*Schnellstmögliches verlassen des Brandobjektes *Schließen der Türen, *Bewegen auf dem Boden, * Aufsetzen von Brandfluchthauben.

Gegen die Gefahr des Erstickens durch Rauchgas während des Schlafs kann sich jeder durch Rauchmelder schützen. Etwa alle 14 Tage sollte beim batteriebetriebenen Gerät ein „Probealarm“ durchgeführt werden.

  • Gifte mit Reiz- und Ätzwirkung

Atemgifte mit Reiz- und Ätzwirkung sind oft durch einen stechenden oder durchdringend stechenden Geruch zu erkennen. Beim Einatmen der Dämpfe von Säuren und Laugen wie auch von Gasen, Chlor und Ammoniak, kann es zu Verätzungen der Schleimhäute in Mund, Nase und Rachenraum sowie in der Luftröhre und der Lunge kommen. Die Latenzzeit zwischen dem Einatmen der Stoffe und dem Auftreten von Symptomen kann bis zu 24 oder gar 36 Stunden betragen.

Folgen sind Hustenreiz und Atemnot.

Die Wasserlöslichkeit der Eingeatmeten Atemgifte entscheiden über die Gefährlichkeit: „Schwer lösliche Stoffe bleiben nicht in den oberen Luftwegen hängen, sie gelangen bis in die Lunge und werden erst dort gelöst. Sie zerstören die Lungenbläschen (Alveolen), die dann Flüssigkeit durchlassen, es findet kein Gasaustausch mehr statt (Lungenödem). In der Lunge sammelt sich dann auch Blut, so dass auch die gesunden Lungenbläschen nicht mehr funktionieren!“ Vorsorglich sollte deshalb beim Verdacht der Einatmung von Brandrauch, sofort eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Was ich hiermit sagen will: „Vermeiden sie Brandrauch einzuatmen!“ Wenn es brennt, schließen Sie alle Türen, evakuieren sie alle Personen aus dem Gebäude und alarmieren die Feuerwehr. „Notruf 112“ Sie hat genügend fachspezifisch ausgebildete Atemschutzgeräteträger, die gegen Stoffe mit Reiz –und Ätzwirkung von umluftunabhängigen Atemschutzgeräten geschützt werden.

  • Ausbreitung

möglich durch offene Türen, Öffnungen, Wärmeleitung, Wärmeströmung, Wärmeausstrahlung, Funkenflug, Flugfeuer, Feuerbrücken, Feuerüberschlag ;

  • verhindern durch:

Schließen von Türen und Fenstern, Erkunden, Löschversuche

Stichflammen

  • können beim Öffnen von Türen, Fenstern, Klappen etc. auftreten

  • gehen nach oben

Schutz:

  • Türen, hinter den ein Feuer vermutet wird, geschlossen halten

  • wenn eine Tür für die Rettung oder Brandbekämpfung geöffnet werden soll, niemals hinter einem Türblatt stehend die Türe öffnen

  • Türen werden nur hinter einer feststehenden Mauerwand in kniender geschützter Haltung einen Spalt breit geöffnet, kurze Zeit abgewartet, dann kann man sie ganz öffnen zur Rettung oder

Brandbekämpfung

  • Feuer in gebückter Haltung vom Boden her bekämpfen

  • Nie in den brennenden Raum eindringen (Brandgase)

Angstreaktionen

  • Paniksturm, Panikstarre

  • Kinder und alte Leute verstecken sich oft unter Betten, in schränken etc.

Panik verhindern durch:

  • Führung übernehmen

  • Führer muss von allen gesehen und durch farblich getragene Kleidung kenntlich gemacht werden

  • klare Anweisungen geben und diese mit entsprechenden Handbewegungen unterstreichen

Brandursachen und deren Entstehungsorte

Brände entstehen meist durch:

  • Nichtwissen

  • Fahrlässigkeit

  • Unachtsamkeit Leichtsinn

  • Vergesslichkeit

  • Mangelnde Aufsicht

  • Nichtbeachten von Verboten und Hinweisen

  • Unordnung

  • Vorsatz

in Umgang mit Feuer und technischen Geräten. Jeder sollte so motiviert sein, alles zu tun um Brände zu vermeiden.

Die häufigsten Brandursachen entstehen in:

  • Elektrischen Einrichtungen und Apparate ca. 23 %

  • Rauchen und offenes Feuer ca. 21 %

  • Handwerkerarbeiten ca. 20 %

  • Heizeinrichtungen ca. 12 %

  • Brennbare Flüssigkeiten ca. 7 %

  • Küchenarbeiten ca. 4 %

  • Brandstiftung ca. 3 %

  • Ein gewisser Rest bleibt unaufgeklärt ---? --- %

Die Brandentstehungszeiten entstehen meist nachts zu 53 %, und tagsüber zu 47 %.

Brandentstehungsorte:

  • Technische Räume

  • Hotelzimmer

  • Patientenzimmer

  • Küchen

  • Andere Räume

  • Außerhalb der Einrichtungen, die auf diese übergriffen

Brandverhütung

Jeder kann dazu beitragen Brände zu verhüten, in dem er nicht nur folgende Punkte beachtet, sondern auch Kollegen, die brandgefährliche Handlungen vornehmen, warnt bzw. auf die Gefährlichkeit ihres Handelns hinweist.

Vorsicht bei/in elektrischen Einrichtungen und Apparaten:

  • nur unter Aufsicht von Fachautorisierter Personen betreiben

  • nicht betreiben, wo Explosionsgefahr besteht

  • Vorschriften und Bedienungsanleitungen beachten

  • Bügeleisen, Heizgeräte etc. nicht auf brennbaren Unterlagen stellen

  • Genügend Abstand zu leicht entzündlichen Stoffen und Gegenständen

  • defekte Geräte sofort außer Betrieb setzen

  • keine Verlängerungskabel unter Teppichen verlegen

  • Fernsehgeräte, Computer etc. so aufstellen, dass kein Hitzestau entsteht

Rauchen

  • Rauchverbote beachten

  • nicht Rauchen beim Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten, Gasen, Kunststoffklebern

  • nie im Bett Rauchen, denn am nächsten morgen kann die Asche deine eigene sein

  • wo geraucht werden darf, müssen Aschenbecher stehen

  • Aschenbecher nie in Papierkörbe entleeren, sondern in nicht brennbare Behälter mit dicht schließenden Deckel geben

Offenes Feuer

  • besondere Vorsicht walten lassen (nie ohne Aufsicht)

  • nie anwenden, wo mit leicht entzündlichen Stoffen oder explosiven Stoffen umgegangen wird

  • ausreichender abstand zu brennbaren Gegenständen einhalten

  • vorsichtig sein in der Advents- und Weihnachtszeit

  • brennende Kerzen löschen, wenn der Raum verlassen wird

  • Je älter Adventskränze und Weihnachtsbäume sind, desto trockener und umso leichter entzünden sie sich (Explosionsartige Verbrennung)

Handwerkerarbeiten

  • besondere gefahren durch Schweißen, Löten, Arbeiten mit dem Winkelschleifer

  • nach Angabe der Handwerker brennbare Gegenstände weit genug entfernen

  • wo Entfernen nicht möglich ist, mit nicht brennbaren Material abdecken

  • Öffnungen im Fußboden, zu Nebenräumen, Kellern etc. abdichten mit nicht entzündbaren Material

  • Nebenräume und Keller etc. kontrollieren

  • technisches Personal muss die einschlägigen Vorschriften beachten

Küchenarbeiten

  • die entsprechenden Richtlinien und Vorschriften sind zu beachten Brennbare Flüssigkeiten

  • Eigenschaften wie Flammpunkt, Brennpunkt, Zündpunkt beachten

  • Dämpfe sind schwerer als Luft

  • Dämpfe sinken zu Boden

  • Dämpfe wandern unmittelbar, unsichtbar zu Zündquellen oder werden von diesen angesogen

  • Warnzeichen durchlesen, beachten

  • Lagermengen nicht überdurchschnittlich in größeren Mengen

  • Lagerungen sind grundsätzlich verboten in Treppenhäusern, Fluchtwegen, Durchgängen,

Dachräumen

  • absolutes Rauchverbot

  • nie mit offenen Feuer hantieren

  • keine anderen Zündquellen in der Nähe betreiben wie z.B elektrische und Propan/Butan

betriebene Heizstrahler

  • keine Kleidungsstücke, die mit brennbaren Flüssigkeiten in Berührung gekommen sind, nicht an Feuerstätten oder elektrischen Heizgeräten trocknen und nicht in Waschmaschinen geben

  • Kleidungsstücke die mit brennbaren Flüssigkeiten in Berührung gekommen sind, sind unverzüglich auszuziehen und an einen sicheren Aufbewahrungsort zu lagern

  • Ölgetränkte oder mit anderen brennbaren Flüssigkeiten getränkte Faserstoffe neigen zur

Selbstentzündung

Brandstiftung

  • es sollte aufgepasst werden in Einrichtungen, besonders auf Fremde, Unbekannte, auf sich aufmerksame Personen zu achten

  • unbekannte Personen in Gebäudeteilen, wo der Zutritt verboten ist, ansprechen und

gegebenenfalls verweisen

  • Räume, die nur selten genutzt sind, absperren Baulicher Brandschutz

Als Personal einer Einrichtung muss man nur soviel über den baulichen Brandschutz wissen:

Aufgaben

  • Brände verhüten

  • Ausbreitung verhindern

  • Flucht ermöglichen

  • der Feuerwehr, Rettung und Brandbekämpfung zu ermöglichen Brandabschnitte

  • sollen verhindern, dass sich ein Brand über diesen Abschnitt hinaus ausbreiten kann Brandwände

  • begrenzen die Brandabschnitte. Dürfen keine Öffnungen haben, die nicht genehmigt sind

Feuerschutztüren

  • sind Selbstschließende Türen, die verhindern, dass ein Feuer durch die Öffnung in den anderen Brandabschnitt gelangt

  • Türen müssen immer geschlossen sein, außer sie sind mit einer Schließvorrichtung versehen, die im Brandfall die Tür freigibt

  • Schließzone muss immer frei und unverstellt von Gegenständen sein

Rauchschutztüren

  • Wie Feuerschutztüren, werden jedoch nur dort eingebaut, wo hauptsächlich mit Rauch und weniger mit Flammen zu rechnen ist. z.B. in langen Fluren, um diese Rauchfrei zu halten Flucht – Rettungs- und Angriffswege

  • sollen den Betroffenen die flucht ermöglichen

  • sollen der Feuerwehr die Rettung und den Löschangriff ermöglichen

  • nicht verstellen

  • nicht verschließen

  • nicht einengen etc.

Rettungswege Freihalten Borkum

Feuerwehrzufahrten und Aufstellflächen

  • ermöglichen der Feuerwehr die Anfahrt und somit die Rettung wie auch eine erfolgreiche Brandbekämpfung

  • nicht verstellen

  • nicht zuparken

  • nichts ablagern

  • nicht bepflanzen

Rauch – und Wärmeabzugsanlagen

  • sollen Flucht- Rettungs- und Angriffswege schnell rauchfrei machen und zusätzlich die Wärme abführen

  • Bedienungseinrichtungen

Alarmierung

Es ist die Hemmschwelle abzubauen, die Feuerwehr sofort zu alarmieren. Deshalb sollte jeder wissen, was eine Notrufmeldung enthalten muss. Außerdem sollte man die Einrichtung für eine Alarmierung kennen (Fluchtwegplan). Die Feuerwehr sofort alarmieren, wenn:

  • es brennt

  • Menschen und Tiere in Gefahr sind

Böswillige Fehlalarme werden in Rechnung gestellt und polizeilich verfolgt.

Brandmelder Borkum

Druckknopfmelder schnellste und sicherste Art der Alarmierung

  • Scheibe mit einem Gegenstand einschlagen und den Druckknopf drücken

Borkum Notruf

Notruf 112 über Telefon Notrufinformationen NOS Borkum

  • Genauere Alarmierung der Feuerwehr möglich

  • Fehlerquellen nicht auszuschließen

  • Dauert länger als mit Druckknopfmelder

Notruf BorkumNotruf 112 über Handy (Insulare Lage)

Wenn sie über ein Handy der Mobilfunkanbieter die Notrufnummer der Feuerwehr wählen, werden sie immer mit einer beliebig Funknetzerreichbaren Rettungs-– und Feuerwehrnotrufzentrale auf dem Festlande verbunden! Deshalb immer besonders auf die

Ortsangabe hinweisen: „Nordseeinsel Borkum

Inhalt eines Anrufes

Erzählen sie dem Leitstellendisponenten:

  1. Genaue Ortsangabe – Ort ( Nordseeinsel Borkum), Straße, Hausnummer, Orientierungspunkte, Einrichtung, Stockwerk, Station

  2. Angabe, was brennt

  3. Hinweise ob Menschen in Gefahr sind

  4. Name

  5. Warten auf eventuelle Rückfragen

  6. Das Gespräch wird durch die Notrufeinsatzzentrale beendet.

Selbsttätige Feuermelder

  • wenn vorhanden, eine weitere Art, schnell und sicher Feuer zu melden

  • oft in Räumen angebracht, die meist unbeaufsichtigt sind

  • schließen auch Türen, Brandschutzklappen etc.

Feuerlöschgeräte

Jeder sollte wissen dass Feuerlöscher, Wandhydranten, Löschdecken und Brandfluchthauben dazu dienen, Entstehungsfeuer sofort bekämpfen zu können, Personen zu Retten bzw. die Flucht zu ermöglichen. Wissen muss man auch, wo diese Geräte aufzufinden sind, mit ihnen umgehen und sie bedienen können.

Feuerlöscher

Wissenswertes

  • es gibt tragbare und fahrbare Feuerlöscher

  • Standorte mit einem roten Untergrund und weißen F gekennzeichnet und dürfen nie verstellt oder eingeschlossen werden

  • Verschiedene Arten von Feuerlöschern und zwar hinsichtlich ihres Gewichtes, Löschmittels, Treibmittels und Bedienung

Einsatzmöglichkeiten

  • Entstehungsbrände löschen

  • Fluchtwege freikämpfen

  • Rettungsarbeiten und feuergefährliche Arbeiten sichern

Vor - und Nachteile der Feuerlöscher

  • Spritzweiten

  • Löschleistung

  • Gefahren

  • Verschmutzung

  • Verdrängung der Hitze

Feuerlöscher dürfen nie verstellt oder eingeschlossen werden. Sie müssen alle zwei Jahre überprüft werden.

Einsatztechnik

  • Vor dem Löschen die Feuerwehr alarmieren

  • Warnhinweise auf den Feuerlöschern beachten

  • Nie blind in den Rauch spritzen, sondern nur, wenn Flammen oder Glut zu sehen sind

  • erst zielen, dann löschen

  • immer auf die Wurzel des Feuers zielen

  • mit Pulverlöschern bei festen Stoffen Pulverstöße, bei brennbaren Flüssigkeiten bis zum Vollständigen Erlöschen spritzen

  • an Rückzündungen denken

  • bei Abbruch der Löschtätigkeit Tür schließen

Es ist wichtig vor dem Gebrauch die Anweisungen auf dem Feuerlöscher durchzulesen, dann nach der Bedienungsanweisung richtig bedienen und taktisch richtig einsetzen. Immer wiederkehrende Schulungen zum Gebrauch eines Feuerlöschers, können evtl. Fehler verhindern.

Wandhydranten

Wandhydranten sind nicht in allen Einrichtungen vorhanden und das „trockene Steigleitungen“ meistens der Feuerwehr vorbehalten sind. (Schutz vor Missbrauch). Es gibt Wandhydranten mit einem Feuerwehrschlauch und auch mit einem starren Schlauch. Gekennzeichnet sind die roten Aufbewahrungswandkästen mit einem weißen F, in seltenen Fällen mit einem H. Die Bedienung solcher Brandschutzeinrichtung sollte schon mal geübt werden, um den Löschradius zu kennen!

Der Vorteil gegenüber Feuerlöscher

  • unbegrenzte Löschdauer

  • Sprühstrahl verdrängt Hitze und schlägt den Rauch nieder.

Der Nachteil gegenüber Feuerlöscher

  • beim Vornehmen

  • verlegen des Schlauches mit evtl. Verzögerungen von Ecken und Türen.

  • Gefahr beim Einsatz in Elektrischen Anlagen und Labors

  • Gefahr, wenn ein spritzendes Strahlrohr losgelassen wird, nie „Einfangen“, sondern erst die Wasserzufuhr unterbrechen und dann erst den Löschvorgang wieder aufnehmen.

  • bei zu vieler Wasserabgabe kann es zu starken

Wasserschäden kommen, deshalb:

  • mit Sprühstrahl arbeiten

  • nur spritzen, wenn Flammen oder Glut zu sehen sind

  • sofort mit dem spritzen aufhören, wenn das Feuer gelöscht ist

Löschdecken

Wissen sollte man:

  • wo Löschdecken untergebracht sind (Küchen, Labors, Krankenstationen, etc.)

  • dass man auch mit Löschdecken sowie schwer entflammbaren Kleidungsstücken, brennende Personen und evtl. Gegenstände löschen kann

  • dass es auch Löschdecken gibt, mit denen brennbare Gegenstände, die bei feuergefährlichen Arbeiten nicht entfernt werden können, abgedeckt werden

  • dass bei Löschdecken und Kleidungsstücken die Hände durch Einschlagen der Decke zu schützen sind

Feuerlöschdecke

Ablöschvorgang einer brennenden Person:

1. auf brennende Person zugehen

2. Decke hochhalten, dadurch eigener Hitzeschutz

3. Decke um den Hals der brennenden Person legen (möglichst Luftdichter Abschluss)

4. Person auf den Boden legen

5. Flammen und Glut ausdrücken

In den meisten Fällen wird die Löschdecke zum löschen von brennenden Behältern verwendet; sollte man können!

Verhalten im Brandfalle

Im Brandfalle sollte jeder wissen, dass er durch richtiges Verhalten die Ausbreitung eines Brandes und somit eine evtl. Evakuierung, Personen – und Sachschäden sowie eine Panik verhindern kann. Man sollte auch noch so motiviert sein, dass man keinerlei bedenken haben sollte, sofort und ohne Rückfragen (Pförtner, übergeordnete Abteilungsleiter, Techniker etc.) die Feuerwehr zu alarmieren.

  • beim Verlassen von Räumen, Einrichtungen, Häusern, die Türe immer schließen, „Nicht Abschließen“

  • sofort die Feuerwehr alarmieren und evtl. nach Lage , Löschversuche (Brandfluchthaube) durchführen oder Personen retten

  • Menschenrettung geht vor Brandbekämpfung, aber nicht immer ist eine Menschenrettung ohne

Brandbekämpfung möglich

  • bei der Brandbekämpfung Türen in kniender Deckung hinter einer neben der Tür liegenden Wand vorsichtig die vermeintliche Türe öffnen, einen kleinen Moment abwarten und dann erst die Türe ganz öffnen (Durchzündung – Flash over)

  • Rückzugsweg freihalten

  • nach der Brandbekämpfung Türen wieder schließen

Eintreffen der Feuerwehr:

  • diese von Personen der Einrichtung einweisen

  • Zufahrten und Zugänge öffnen (jedoch nicht zu Räumen, in denen der Brand ausgebrochen ist. Das macht die Feuerwehr)

  • Hinweise geben auf vermisste Personen und solche, die noch in Gefahr sind

  • in Krankenhäusern – Hinweisen auf Operationen, die nicht abgebrochen werden können

  • Hinweise auf gefährliche Stoffe geben (Gasflaschen, Chemikalien, Strahlungen etc.)

  • Feuerwehr unterstützen, dazu gehört auch die Beratung z. B.  bei Rettung von Personen, die an Geräten angeschlossen sind

Rettung

Jeder Bedienstete einer Einrichtung muss wissen, wie er das eigene Leben und das der darin mitbefindlichen Personen (Patienten), auch einer bettlägerigen Person, retten kann. Um eine Praxisorientierte Personenrettung durchzuführen ist die Voraussetzung, dass das Personal über die Örtlichkeiten genau Bescheid weiß. Selbst bei Rettungsmaßnahmen innerhalb einer Einrichtung, gilt das gleichermaßen für das Küchen – und Verwaltungspersonal, besonders wenn es sich um eine größere Rettungsaktionen es sich handelt.

Eigene Rettung

  • mind. Zwei Fluchtwege

  • nie den Aufzug benutzen

  • nie aus dem Fenster springen

  • kann ein Raum nicht mehr verlassen werden, dann Türen schließen und am Fenster bemerkbar machen. Die geschlossene Tür könnte ein Lebensretter sein, denn sie hält Rauch, Hitze, und Flammen für eine Zeit ab und wenn Rauch durch die Türspalten, Ritzen etc. dringt, sollten diese undichten Stellen mit nassen Tüchern abgedichtet werden.

  • am Boden bewegen

  • wenn keine Brandfluchthaube zur Hand, sollte ein nasses Tuch vor Nase und Mund gehalten  werden

  • wo Brandfluchthauben vorhanden sind, deren Aufbewahrungsort, Bedienung und Einsatzdauer kennen

  • nie bei nicht bekannter örtlichen Lage eine Flucht

Rettung bettlägeriger und hilfloser Personen

Methoden der Rettung und deren Griffe muss man wissen um hilflosen Personen zu retten, vor allem wenn es nicht möglich ist, dies mit Betten durchzuführen. Deshalb sollte man können:

  • Rettungsgriff bei akuter Gefahr, alleine und mit zwei Personen

  • Huckepackgriff

  • Tragen mit Tragering

  • Bettlägerigen mit dem Betttuch auf den Boden legen und mit einer Person wegschleifen (wichtig: „Herausheben mit drei Personen!“) besser ist ein Wegschleifen durch zwei Helfer, in sitzender Stellung

  • Bei genügend Helfern: Hilflosen mit Decke oder Betttuch wegtragen

Räumung / Evakuierung

Ein durch richtiges Verhalten ist es durchaus möglich, Räumungen zu vermeiden. Er /Sie muss darüber hinaus bescheid wissen, nach welchen Gesichtspunkten diese durchzuführen sind, dass er/sie unter Umständen Anweisungen geben und Einsatzkräfte wie auch mithelfende Besucher beraten bzw. anleiten muss.

Räumung kann vermieden werden durch:

  • Vermeidung feuergefährlicher Handlungen

  • Wachsam sein gegenüber Besuchern, Arbeiter, Patienten

  • sofortige Alarmierung der Feuerwehr

  • Brandherd sofort energisch angreifen

  • Türen schließen

  • Feuerwehr einweisen

  • Führungsaufgaben übernehmen

  • leichte Kranke und Besucher zur Rettung und Betreuung mit einteilen

  • keinen Aufzug benutzen

  • Rettung auf gleicher Ebene in den übernächsten Brandabschnitt

  • Nur in Ausnahmefällen vertikal räumen, dabei mit den Stationen/Etagen in den oberen Stockwerken beginnen

  • Geräumte Stationen/Etagen und Zimmer kennzeichnen mit Laken, Kreide etc.

  • Stau auf den Fluren vermeiden

  • wenn möglich in med. Einrichtungen, Patientenpapiere mitnehmen

  • Gerettete Personen zu den Sammelstellen bringen und nicht im Gefahrenbereich des Gebäudes, Anfahrts- Rettungs- und Rangierwegen der Einsatzkräfte ablegen

  • Feuerwehr unterstützen

Üben Sie Räumungen, jedoch nur mit eigenen Personal, oder Mimen. Einrichtungsbewohner- Patienten etc.; sind vorher zu informieren.

Ausbildung von Führungspersonal

Personen die im Brandfalle mit Führungsaufgaben betraut werden, sollte nach dem Besuch dieser Brandschutzschulung ein zusätzliches Führungsseminar angeboten werden, dass sich mit folgenden Themen befasst:

  • Voraussetzungen (betriebsinternes Wissen)

  • Aufgaben im Brandfalle

  • Panik (Entstehung, Verhütung, Bekämpfung)

  • Grundsätze der Führungslehre

  • Bearbeiten von Fallbeispielen

  • Übungen (Löschübungen, Retten)

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