Brandbeschleuniger

„Grillunfälle sind zu 100% vermeidbar!“

Prävention und Sensibilisierung im Umgang mit dem Grillanzünder „Spiritus“ und anderen Brandbeschleunigern

Prävention und Sensibilisierung im Umgang mit dem Grillanzünder „Spiritus“ und anderen Brandbeschleunigern.

20. Juli 2011 - Grillunfälle sind zu 100% vermeidbar! Statistisch passieren bis zu jährlich zehntausend schwere Grillunfälle. Häufig sind Kinder Opfer, die sich stehend oder spielend in unmittelbarer Nähe des Grilles aufhalten. Tausende Kinder mit schweren Verbrennungen oder Verbrühungen müssen in Krankenhäusern immer wieder behandelt werden. Meistens sind es unsachgemäße Handhabungen von Brandbeschleunigern, besonders wenn der Grill nicht die geeignete Hitze entwickelt. Bei direktem Ausschütten des Brandbeschleunigers aus der Handelsflasche in die Grillglut entstehen spontane Verpuffungen, wie in der Art der Fettexplosion. Diese Flammen, die Explosionshaft mit 1000 bis 1800 Grad Celsius verpuffend in die Höhe schnellen, treffen sowohl die Verursacher als auch Unbeteiligte, die sich in der Nähe aufhalten. Selbst der in der Handelsflasche befindliche Brandbeschleuniger kann in Brand geraten und unseren Körper durch platzen der Flasche in Vollbrand setzen. Meist zu 75 % der Unfälle träfen Kinder, die häufig im Gesichts- und Halsbereich schwer verletzt werden. Diese tiefgradigen Verbrennungen richten irreparable Hautschäden an unserer Haut an und können dann oft nur durch Hauttransplantationen in Fachklinikums für Schwerstbrandverletzte behandelt werden. Opfer, die eine derartige schwere Brandverletzung überstanden hatten, sind lebenslang durch Narben gezeichnet. Die Feuerwehr Borkum, verantwortlich für Brandschutzerziehung in Schulen, Kindergärten und im vorbeugenden Brandschutz, hat im Rahmen der Ferienpassaktion einen solchen Unfall nachgestellt und gezeigt wie verheerend die Auswirkungen sind, wenn jemand Brandbeschleuniger benutzt. Zur Vermeidung solcher Unfälle empfiehlt die Borkumer Wehr nur feste Grillanzünder zu benutzen oder auf Brennpasten zurückzugreifen. Auch sollte unbedingt auf einen sicheren Stand des Grills geachtet werden, so dass er von Kindern nicht versehentlich umgeworfen werden kann. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen könnte es beim Grillen dennoch zu einem eventuellen Unfall kommen.

Um Verbrennungen zu vermeiden, sollte man folgende Tipps* befolgen: (*Quelle: www.paulinchen.de )
  • Grillgeräte kippsicher im Windschatten und in sicherer Entfernung von anderen brennbaren Materialien aufstellen
  • feste Grillanzünder aus dem Fachhandel verwenden
  • niemals Spiritus oder andere Brandbeschleunigern verwenden, weder zum Anzünden noch zum Nachschütten auf zu langsam brennende Grillholzkohle
  • den Grill nicht unbeaufsichtigt sowie auch nicht von Kindern bedienen oder anzünden lassen
  • Kinder dürfen nicht in Reichweite des Grills spielen - Sicherheitsabstand von mindestens zwei bis drei Meter
  • Grillfeuer und die Glut nach dem Grillen vollständig löschen und auskühlen lassen - auch dabei nicht unbeaufsichtigt lassen
  • einen Kübel mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke zum Löschen des Grillfeuers bereithalten
  • brennendes Fett niemals mit Wasser, sondern durch Abdecken löschen.
  • Wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme bei Verbrennungen: Die verbrannten Stellen sofort für 10 bis 15 Minuten mit Wasser (nicht kälter als 15°C) kühlen und den Notarzt rufen

Text: Schoenbeck/Hillig