Borkumer Maibaum

Auf Borkum ist alles anders

Maibaum Borkum Verein Borkumer Jungens e.v. 1830Maibäume haben in Deutschland sowie auch in anderen Ländern eine lange Tradition und werden am 1. MaiMaibaum Borkum Verein Borkumer Jungens e.v. 1830 eines jeden Jahres aufgestellt. Auch der Maibaum auf der Nordseeinsel Borkum hat eine lange Tradition, wird aber nicht wie Ihnen bekannt am 1. Mai aufgestellt, sondern alljährlich am Pfingstsamstag aufgestellt. Er hat nichts wie im herkömmlichen Sinne mit dem bekannten Maibaum zu tun. Dass dieser erst zu Pfingsten aufgestellt wird - liegt daran, dass unsere Vegetation 6 - 8 Wochen hinter der Blüte des Festlandes liegt.

 

Form eines Schiffsmastes

Maennerchor Verein borkumer Jungens ev 1830Weit sichtbar im inneren des Ortskerns in der Süderstraße, aufgestellt durch den Verein Borkumer Jungens e. v. 1830, in Form eines Schiffsmastes mit breiten Rahen und verkleidet mit grünen Zweigen grüßt er allen Gästen, Insulaner und Borkumer und verkündet den herannahenden Sommer. Unter ihm am Abend des Pfingstsamstages begrüßen die Trachtengruppe mit friesischen Tänzen, friesischer Musik und gesanglich mit Liedern durch den Männerchor des Verein Borkumer Jungens untermalt, die Zuhörer und Gäste der Insel.

 

Traditionsgemäß

Traditionsgemäß wird unter Berücksichtigung aller Gesichtspunkte des Tierschutzes ein lebendiger Hahn, der in der Nacht zuvor Trachtengruppe Verein Borkumer Jungens ev 1830Zwangs -entliehen wird, wohl versehrt in einen Korb verbracht, mit Körnerfutter und Wasser reichlich versehen und unter mithilfe der freiwilligen Feuerwehr dann oben in luftiger Höhe im Baum unterhalb des Vereinswappen und dem stillen Hinweis einer leeren Flasche auf Auslösung des Hahnes nach dem Pfingstfeste, festgemacht. Welcher Hahn für welchen Hahnbesitzer kräht, wird öffentlich am Hahnkorb angeschrieben. (Hinweis: seit 1830 ist nie ein Tier - Hahn - weder gequält noch zu schaden gekommen) Der im Korb befindliche Hahn verbleibt über das Pfingstfest wohlbehütet im Baum. Dem Brauchtum her hat dies ein besondere Bewandtnis: "Wenn der Hahn am Pfingstmorgen kräftig kräht, bedeutet dies: eine gute Badesaison und einen fruchtbaren Sommer"

 

 

 

Früher muss der Baum anders ausgesehen haben

Früher muss der Baum anders ausgesehen haben, zwar als Großmast eines Segelschiffes mit Rahen, nur leider nicht mit grünen Maibaum Heimatverein Borkum Verein Borkumer Jungens e.v. 1830Ästen, die es ganz Früher noch nicht gab. Borkums Baumkultur begann erst als der Rektor Anton Scharphuis mit Schülern der Insel, die Greune Stee anlegte. Damals, so die Überlieferung, soll er mit Schiffstauen, Schiffslampen und allerlei Schiffszubehör behangen / geschmückt worden sein. Der Maibaum wurde gelegentlich auch auf der oberen Promenade - Wandelhalle aufgestellt - unterhalb des damaligen Hotel Bakker (Strandhotel Vierjahreszeiten) und Strandvilla Hawich (Geffah - Appartementwohnhaus). Wie man uns aus alten Unterlagen mitteilte, soll er auch mal auf dem Upholmhof gestanden haben.

 

 

 

Zusätzlich gehörte zur Borkumer Tradition

Zusätzlich gehörte zur Borkumer Tradition auch ein Pfingstfest sowie ein Pfingstball. Auch ein Pfingstloopke war Tradition, der zum Ostlande, Steernklipp, Duala, Kobbedünen und oder zur Nachbarinsel Juist führte. Dies führte dazu, dass Borkumer Jungens den Juistern, den Maibaum klauten, auf dem Schiff verstauten, mit nach Borkum nahmen, den Juistern eine Mitteilung machten betr. einer Auslösung. Dies war einmalig in der Geschichte, dass sich Inseln untereinander den Maibaum entwendeten.

 

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